Donnerstag, 17. September 2020

"Albert will lesen" von Isabelle Arsenault




Titel: Albert will lesen
Autorin & Illustratorin: Isabelle Arsenault
Übersetzerin: Anna Schaub
Verlag: NordSüd Verlag (28. Februar 2020)
Seiten: 48
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 5 Jahren



Bei Albert zu Hause ist es zu laut. Da kann er nicht in Ruhe lesen. Er flüchtet nach draußen und sucht sich ein gemütliches Plätzchen. Doch es trudelt ein Freund nach dem anderen ein und möchte mit Albert spielen. Irgendwann reißt Albert der Geduldsfaden, und er jagt alle weg. Doch die Freunde kommen langsam wieder zurück. Jeder mit einem Buch in der Hand.
(Bild- und Textquelle: NordSüd Verlag)




Meine Meinung:



Alle, die gerne lesen, kennen das Problem: Kaum hat man es sich mit einem Buch gemütlich gemacht, wird man gestört. Die Kinder rufen, Musik ist zu laut oder es klingelt an der Tür. Dies kann sehr frustrierend sein, denn man kommt so schlecht in die Geschichte rein oder liest einzelne Seiten mehrfach. "Albert will lesen" zeigt uns genau diese Situation und zwar auf eine ganz besonders charmante Weise und vor allem mit der besten Auflösung, die es überhaupt gibt.

Da es Albert im Haus zu laut ist um zu lesen, sucht er sich draussen ein stilles Plätzchen. Schnell ist er völlig in seine Geschichte versunken. In Gedanken ist er auch am Strand, blickt auf das Meer und betrachtet am Horizont den Sonnenuntergang.
Es dauert jedoch nicht lange und Albert wird gestört. Es tauchen immer wieder Freunde auf, die mit ihm gärtnern oder spielen wollen oder er soll aufs Baby aufpassen. Albert will doch nur lesen! Um ihn herum wird es immer lauter, so dass er sich nicht mehr auf sein Buch konzentrieren kann. Irgendwann ist seine Geduld zu Ende und er schreit seine Freunde an. 

"Jetzt reicht's! RUHE! Himmeldonnerwetter, kann man hier nicht mal in Ruhe ein Buch lesen?"                                                                                                                                                      
Endlich ist Ruhe, doch Albert plagt auch ein schlechtes Gewissen, weil er all seine Freunde weggejagt hat. Doch da kommen sie wieder - nach und nach - alle mit einem Buch in der Hand. 

Die kanadische Autorin und Illustratorin Isabelle Arsenault hat mit "Albert will lesen" eine Hommage ans Lesen geschaffen. Raffiniert verbindet sie die beiden Ebenen von der lauten und lebhaften Realität mit der idyllischen Fantasie.
Arsenault gestaltet mit Buntstiften, Aquarell, Tusche und bearbeitet die Bilder danach digital. Farblich überwiegen Grautöne, mit Orange und Türkis werden immer wieder Akzente gesetzt. Dies verleiht den Illustrationen einen ganz besonderen Stil, der mir ausgesprochen gut gefällt. 
Das Bilderbuch ist wie ein Comic oder eine Graphic Novel aufgebaut. Szene für Szene wird die Geschichte so in einzelnen aneinandergereihe und verschieden grosse Bilder erzählt. Auch vom Text her erinnert "Albert will lesen" an einen Comic. Es gibt Sprechblasen und Geräusche werden lautmalerisch dargestellt.

So ist "Albert will lesen" vielleicht nicht das ideale Bilderbuch zum Vorlesen, es eignet sich viel mehr zum gemeinsamen Anschauen und gegenseitigen Erzählen. 
Vor allem ist es eine besondere Geschichte über das Lesen, die Fantasie und die Freundschaft, die mit einem wunderbaren Ende glänzt.




Fazit:


"Albert will lesen" ist eine charmante Hommage an das Lesen. 
Mit wenigen Worten, dafür mit äusserst ausdrucksstarken und wunderschönen Illustrationen zeigt uns Isabelle Arsenault die Situation eines Kindes auf, das einfach nur in Ruhe lesen möchte. Ein Bilderbuch genau nach meinem Geschmack und ich bin mir sicher, dass es alle Lesefans begeistern wird.






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