Mittwoch, 22. Februar 2017

Bilderbuch: "Tapsi will kuscheln" von Sean Julian




Titel: Tapsi will kuscheln
Autor & Illustrator: Sean Julian
Übersetzerin: Anna Schaub
Verlag: NordSüd Verlag (13. Januar 2017)
ISBN: 978-3314103636
Seiten: 32
Format: 21.5 x 25.8
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren



Tapsi der Walddrache kuschelt für sein Leben gern. Doch die Elfe Pünktchen will ihn auf keinen Fall umarmen, denn sie weiss noch ganz genau, was beim letzten Mal passiert ist.
Aber Tapsi gibt nicht auf und setzt all seine Drachentricks ein, um seine Freundin doch noch zu überzeugen.
(Bild- und Textquelle: NordSüd Verlag)




Meine Meinung:


Als ich das Cover von "Tapsi will kuscheln" gesehen hatte, wusste ich sofort, dass ich dieses Bilderbuch einfach haben musste und auch bei meiner Tochter war es wohl Liebe auf den ersten Blick.

Autor und Illustrator Sean Julian spielt hier schön mit den Erwartungen, die ein Drache und eine Elfe wecken. Doch für einmal ist der Drache alles andere als wild, denn Tapsi will kuscheln. Die Elfe Pünktchen erscheint alles andere als zart und einfühlsam, sondern widersetzt sich vehement dem Walddrachen. Sie weiss nämlich noch ganz genau, was beim letzten Mal passiert ist.
Tapsi schaut Pünktchen mit grossen, traurigen Drachenaugen an. Aber es nützt nichts.
"Glaub ja nicht, dass ich wegen ein paar Tränen mit dir kuschle", sagt Pünktchen streng.

Da versucht es Tapsi mit seinen Drachentricks, doch seine Freundin will weder einen Ast, noch einen Stein und auch kein wildes Tier. Und als die kleine Elfe dann auch noch mit allen anderen Tieren kuschelt, wird der Walddrache richtig traurig und geht davon. Doch Pünktchen lässt den Drachen nicht aus den Augen und sieht so, wie er jemandem hilft. Sie entscheidet, dass Tapsi nun einen dicken Kuschler verdient hat, denn schliesslich ist er ja auch ihr Freund.

Ganz eindrücklich finde ich, wie treffend Sean Julian die unterschiedlichsten Emotionen seinen Figuren aufs Gesicht gezaubert hat. So können die Kinder an den Bildern sofort erkennen, wie es den Tieren und der Elfe gerade geht und können sich in sie hineinversetzen. Vor allem der Walddrache Tapsi hat bei uns die Sympathien auf seiner Seite. Doch das Ende hält eine grosse Überraschung bereit und sorgt für einige Lacher.

Die Kombination der beiden fantastischen Protagonisten Walddrache und Elfe mit den bekannten Waldtieren ist sehr gelungen und spricht Kinder sofort an. Dazu kommen die süssen Illustrationen und die charmante Geschichte mit einer guten Prise Humor, so dass "Tapsi will kuscheln" das Herz der Kinder ganz bestimmt im Sturm erobern wird.



Fazit:


"Tapsi will kuscheln" besticht mit herzallerliebsten Bildern und einer sehr charmanten, humorvollen Geschichte. Die Thematik des Kuschelns und das Wechselbad der Gefühle sprechen die Zuhörer sofort an, so dass das Bilderbuch immer wieder erzählt werden muss.







Favolina (7) ist zu Beginn richtig entsetzt, dass Pünktchen nicht mit Tapsi kuscheln will. Als sie dann den Grund für ihr 'Nein' erfährt, muss sie laut lachen.



Dienstag, 21. Februar 2017

Bilderbuch: "Arnold, Retter der Schafheit" von Gundi Herget und Nikolai Renger




Titel: Arnold, Retter der Schafheit
Autorin: Gundi Herget
Illustrator: Nikolai Renger
Verlag: Magellan (18. Januar 2017)
ISBN: 978-3734820304
Seiten: 32
Format: 24,5 x 30,5 cm
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre


Schon mal ein Superschaf gesehen? Nein? Zeit, dass du Arnold kennenlernst! Arnold joggt. Macht Kniebeugen. Tänzelt hin und her. Ein Superschaf muss sich in Form halten! Die anderen Schafe schütteln die Köpfe. Zeigen ihm einen Vogel. So ein Quatsch! Dann kommt endlich Arnolds großer Tag: Der Wolf geht um und alle haben Angst. Alle? Nein, Arnold wird seine Herde verteidigen. Ob das gutgeht?
(Bild- und Textquelle: Magellan)




Meine Meinung: 



Endlich! Hier kommt Arnold, der Retter der Schafheit!
Arnold findet, grasen kann schliesslich jedes Schaf.
Arnold ist aber nicht jedes Schaf.
Arnold ist ein Superschaf.
Während Arnold also joggt, Kniebeugen, Liegestützen und Klimmzüge macht und in die Luft boxt, stehen die anderen Schafe um ihn herum und tippen sich an die Stirn. Nur Manni, der Maulwurf, steht ganz hinter dem selbst ernannten Superschaf, denn er ist Arnolds bester Freund und grösster Fan. Er unterstützt Arnold vor allem mit seiner Bewunderung, doch manchmal hilft er auch ein bisschen mit. Aber nur ein bisschen, denn ein echtes Superschaf braucht schliesslich keine Hilfe.

Und dann an einem schönen, sonnigen Tag, erzählt Mah-Mah, dass der Wolf in der Nähe sei. Die Schafe wollen davonlaufen, sich verstecken und den Hütehund rufen. Doch nicht Arnold, er will kämpfen. Da lachen ihn die anderen aus. Doch als der Wolf da ist, stellt sich Arnold ihm wirklich in den Weg.
"An mir kommst du nicht vorbei!" Arnold reckt das wollige Kinn.
"Ich bin Arnold Superschaf."
Der Wolf lacht.
"Arnold, Retter Schafheit" besticht schon mit seinem farbenfrohen Cover im Comicstil. Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass wir es mit einer witzigen und frechen Geschichte zu tun bekommen, die Mädchen, aber vor allem auch Jungs anspricht. Gerade diese sind meistens sehr angetan von Superman, Batman und Co., da erobert ein Superschaf ihr Herz im Nu.

Auch die Illustrationen im Buch sind ein Hingucker. Schmunzelnd beobachten wir Arnold bei seinem Training oder bekommen eindrücklich aufgezeigt, wie gross und angsteinflössend so ein Wolf im Vergleich zu einem Schaf ist. Da hat Nikolai Renger wirklich ganze Arbeit geleistet, denn mein Sohn ist begeistert von den Bildern.

Unter der coolen Superschaf-Fassade, zeigt uns Gundi Herget jedoch auch, wie ein Aussenseiter es schafft, sich selber treu zu bleiben und trotzdem am Ende von den anderen seiner Art akzeptiert, ja sogar bewundert zu werden.


Fazit:


"Arnold, Retter der Schafheit" schenkt den Kindern einen neuen Helden, nämlich ein Superschaf, das den Wolf verjagen will. Gundi Herget und Nikolai Renger haben ein tolles Bilderbuch geschaffen, das mit einer humorvollen Geschichte und farbenfrohen Bildern besticht und einfach Spass macht.
Arnold ist aus unserem Kinderbuchregal nicht mehr wegzudenken. Vor allem Jungs werden grossen Spass mit dem Superschaf haben.






Junior (4) ist ein richtiger Junge und lebt momentan in einer Welt zwischen Piraten, Ninjago und Batman. So spricht er sehr auf den Retter der Schafheit an, denn Superhelden sind einfach cool - vor allem mit Cape.





Favolina (7) schaut schon genauer hin als ihr kleiner Bruder und findet es eigentlich nicht ganz gerecht, dass Arnold die ganzen Lorbeeren bekommt. Schliesslich war da doch der kleine Maulwurf, der immer ein bisschen mithilft ... Der kleine Helfer im Hintergrund hat ganz klar ihre Sympathie.



Samstag, 18. Februar 2017

Bilderbuch: "Ein Jahr im Wald" von Emilia Dziubak




Titel: Ein Jahr im Wald
Illustratorin: Emilia Dziubak
Verlag: Ars Edition (17. Juni 2016)
ISBN: 978-3845813240
Seiten: 32
Format: 32 x 24  cm
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 3 Jahren


Bären, Füchse, Vögel, Eichhörnchen, Hasen - im Wald leben viele Tiere!Von Januar bis Dezember zeigt jede Seite den Wald bei verschiedenem Wetter und zu verschiedenen Tageszeiten.
(Bild- und Textquelle: arsEdition)




Meine Meinung: 


Wimmelbücher sind bei uns sehr beliebt und "Ein Jahr im Wald" von Emilia Dziubak ist ein rundum gelungenes Exemplar und begeistert mit seinen liebevollen und detaillierten Bildern. Ich muss ehrlich zugeben, dass dieses Wimmelbuch eines der schönsten ist, die ich bisher gesehen habe.

Wir begleiten die Waldtiere und den Förster durch das Jahr. Jedem Monat ist eine Doppelseite gewidmet und so kann schön mitverfolgt werden, wie sich die Natur während den Jahreszeiten verändert und wie sich die Bewohner anpassen. 

Es ist unglaublich, was Emilia Dziubak alles auf eine Doppelseite packt. Es wimmelt nur so von grossen und kleinen Tieren. Wir bekommen einen Einblick ins Erdreich, unter Wasser, in Baumstämme und auch im Luftraum wird es je nach Monat eng. So entdecken die Kinder, wer am Tag, wer in der Nacht und wer im Winter schläft, wie sich die Tiere überhaupt ausruhen und was sie am liebsten fressen.
Auch der Förster wird nicht vergessen, und so bekommt man einen kleinen Einblick in seine vielfältige Arbeit. Aber auch andere Waldbesucher dürfen natürlich nicht fehlen. Es gibt unglaublich viel zu entdecken!

So kann jeder Monat für sich ganz genau angeschaut werden oder aber man legt den Fokus auf ein bestimmtes Tier und begleitet es durch das Jahr. 

Die Ringelnatter
Ich bin eine ungiftige Schlange. Übrigens heisse ich so, weil ich um meinen Hals einen gelben Ring trage. Wenn es gefährlich wird, stell ich mich einfach tot.

Auch die beiden Vorsatzpapiere wurden kreativ genutzt. Auf dem vorderen werden viele der Tiere und der Förster vorgestellt. Die Texte sind kurz gehalten, aber doch sehr informativ, so dass alle noch etwas Neues erfahren können.
Auf dem hinteren Vorsatzpapier findet sich ein grosses unterirdisches Labyrinth, in dem sich die Kinder verweilen können.

Der Dachs
Ich bin das sauberste Tier des Waldes. Mein Dachsbau ist immer super ordentlich, weil ich all meinen Müll nach draussen bringe.

"Ein Jahr im Wald" bringt uns nicht nur den Wald und seine Tiere näher. Das Buch zeigt uns die Vegetation im Laufe des Jahres und man kann nebenbei gleich auch noch die Monate üben.

Die Illustrationen sind grandios. Auf der einen Seite sind sie sehr kindgerecht, auf der anderen Seite recht naturgetreu und sprechen so gross und klein an. Alle Bilder sind in etwas gedeckten Frben gehalten, so dass sie sehr gut zum Wald passen.



Fazit:


"Ein Jahr im Wald" ist ein Wimmelbuch, das mit wunderbaren Bildern begeistert. Jeden Monat gibt es viel zu entdecken und auch ohne Text lernt man einiges über den Förster und die Waldtiere. Emilia Dziubak hat ein Bilderbuch geschaffen, das meiner Meinung nach in keinem Kinderzimmer fehlen darf.






Junior (4) ist total fasziniert vom Elch. Bei jedem Monat muss er diesen als erstes suchen und schauen, ob er sein Geweih noch hat oder wie viel es schon gewachsen ist.





Favolina (7) kann sich an den Bildern kaum satt sehen. Immer wieder entdeckt sie ein neues Detail. Ganz toll findet sie auch die witzigen Gedankenblasen, in denen sie erkennen kann, woran ein Tier gerade denkt.



Dienstag, 14. Februar 2017

Pappbilderbuch: "Der kleine Bär braucht eine Brille" von Bernd Penners




Titel: Der kleine Bär braucht eine Brille
Autor: Bernd Penners
Illustratorin: Christine Faust
Verlag: Ravensburger Buchverlag (2. Januar 2017)
ISBN: 978-3473436101
Seiten: 16
Format: 21 x 1,6 x 23,5 cm
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 2 Jahren


Der Bär ist geknickt, denn er sieht nicht gut. Gemeinsam mit Hund, Kuh, Schwein und Maus macht er sich auf die Suche nach der passenden Brille.
(Bild- und Textquelle: Ravensburger Buchverlag)



Meine Meinung: 

Der kleine Bär sieht traurig aus,
das finden Kuh, Schwein, Hund und Maus.
Denn leider sieht er nur sehr schlecht,
das ist dem Bären gar nicht recht.

Nach der Flötenstunde wurde ich gefragt, ob meine Tochter gut sehe, sie würde immer so nahe an die Notenblätter rangehen. Natürlich war sie überhaupt nicht erfreut über diese Frage, doch wir haben nun einen Termin beim Kinderarzt vereinbart. Zwar werden heute Kinder nicht mehr als Brillenschlange gehänselt, doch dass man sich nicht darüber freut, vielleicht eine Brille tragen zu müssen, kann ich sehr gut nachvollziehen. Aus diesem Grund ist mir "Der kleine Bär braucht eine Brille" sofort ins Auge gestochen.

Zwar sind meine Kinder schon 4 und 7 Jahre alt, doch das originelle Pappbilderbuch kam, sah und siegte.
Der kleine Bär sieht nicht mehr gut und braucht eine Brille. Seine Freunde wollen ihm helfen und übergeben ihm einer nach dem anderen die eigene Brille. Doch die Brille vom Hund ist dem kleinen Bären zu bunt, die der Maus zu klein, diejenige des Schweins zu schick .... So wird dem Bären klar, dass er seine ganz eigene Brille braucht, die genau zu ihm passt.

Die Geschichte thematisiert nicht, warum man eine Brille braucht sondern die Kinder bekommen aufgezeigt, dass es ganz normal ist, eine Brille zu tragen. So wird die Hemmschwelle zu einer eigenen Brille (wenn nötig) ganz bestimmt abgebaut und es entsteht ein ungezwungener Umgang mit der Thematik.

Der Text hat einen guten Umfang und reimt sich. So entsteht eine eingängige Vorlesemelodie und da sich eine Frage immer wiederholt, können die kleinen Zuhörer bald mitsprechen.

Die Bilder sind farbenfroh und liebevoll gestaltet, so dass sie die Kinder gleich ansprechen. Doch das Highlight sind die fünf beigelegten Brillen, die man den Tieren aufsetzen kann.
Das ganze Buch, aber vor allem auch die Spiel-Brillen sind sehr hochwertig und stabil, so dass man sicher lange Freude daran hat. Die Brillen können im Buch eingeklebt und abgelöst werden. Durch abwaschen können sie immer wieder verwendet werden.



Fazit:


"Der kleine Bär braucht eine Brille" ist ein hochwertiges, süsses Pappbilderbuch, das mit Brillen-Sticker punktet und für die Thematik ich-brauche-eine-Brille sensibilisiert.
Das Buch schlägt bei Kindern mit und ohne Brille ein wie eine Bombe.






Junior (4) hat der Geschichte einmal gelauscht und musste das Buch dann gleich nochmals alleine anschauen, alle Brillen den Tieren anprobieren, sich selber damit im Spiegel bewundern und dem Papa die Geschichte vorführen.
Sein Fazit: "Mama, schenkst du mir das Buch?"





Favolina (6) hat Angst, dass sie eine Brille braucht und muss nächste Woche zum Sehtest antreten. Auch sie hat Spass am Ausprobieren, doch ihr zeigt das Buch vor allem, dass Brillen etwas ganz Normales sind.