Samstag, 10. Februar 2018

"Als Mama nur noch traurig war: Wenn ein Elternteil an Depression erkrankt" von Anja Möbest




Titel: Als Mama nur noch traurig war
Untertitel: Wenn ein Elternteil an Depression erkrankt
Autorin: Anja Böbest
Illustratorin: Barbara Korthues
Verlag: Coppenrath (21. April 2017)
ISBN: 978-3649620211
Seiten: 32
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre



Jan ist fünf Jahre alt, als die Grummelgrame kommen. Mamas Grummelgrame. Sie sind furchtbar mies gelaunt. Alles finden sie schlecht, und sie reden so lange auf Mama ein, bis die ihnen glaubt. Ganz grau ist ihre Welt dadurch geworden. Sie lacht kaum noch, mag nichts mehr unternehmen und alles wird ihr zu viel – selbst Jan! Jan ist ganz elend deswegen. Er fühlt sich allein und furchtbar hilflos: Ist er womöglich schuld daran, dass es Mama so schlecht geht …?
(Bild- und Textquelle: Coppenrath)





Meine Meinung:

Als Jan fünf Jahre alt ist, kommen die Grummelgrame.
Mamas Grummelgrame.
Papa und Jan bemerken das erst gar nicht.
Sie sehen nur, dass Mama anders ist, irgendwie verkehrt, gar nicht mehr wie Mama ...

Schon als mein Vater krank war, stand für mich fest, dass meine Mutter an Depressionen litt. Diese wurden erst verdrängt oder hinten angestellt, erst sollte mein Vater wieder auf die Beine kommen. Nach seinem Tod ging es meiner Mutter verständlicherweise immer schlechter, doch bei ihr handelte es sich nicht um eine normale Trauer. Wenn ich mit den Kindern zu Besuch war, ging es ihr ganz gut, aber im Alltag konnte sie sich zu nichts mehr aufraffen und sah alles nur noch negativ. Als dann fest stand, dass sie eine Therapie machen würde, stand für mich fest, dass ich die Krankheit mit meinen Kindern besprechen musste. Und das geht meiner Meinung nach am besten mit einem guten Bilderbuch.

Auf meiner Suche nach geeigneten Büchern bin ich auf "Als Mama nur noch traurig war" gestossen.

Die Geschichte beginnt damit, dass dem 5-jährigen Jan auffällt, dass seine Mama plötzlich anders ist. Wir erleben mit ihm Situationen, in denen seine Mama immer traurig und müde ist, viele Dinge vergisst, oder ihrem Sohn einfach nicht mehr zuhört. Langsam beschleicht den Jungen das Gefühl, dass Mama ihn vielleicht nicht mehr lieb hat. Als dann die Situation an einem Abend eskaliert, holt sich die Mutter Hilfe bei einem Therapeuten und einmal darf sogar Jan mit.

Und dann erklärt er Jan endlich, was mit Mama lost ist: Sie ist krank! Ihre Seele hat ein Loch bekommen und dann haben sich Grummelgrame darin eingenistet.

"Als Mama nur noch traurig war" zeigt die Krankheit Depression realistisch und kindgerecht auf. Anja Böbest bezeichnet die Depression in ihrer Geschichte als Grummelgrame und damit bekommt diese für Kinder unfassbare Krankheit ein Gesicht. Auch die Aufgabe des Psychotherapeuten wird gut erklärt.

Am Ende finden sich noch hilfreiche Praxistipps von Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin Ina Knocks, was dieses Bilderbuch schön abrundet und ein gutes 1. Hilfe - Paket für Familien ergibt.




Fazit:


Bilderbücher sind wichtige Hilfsmittel im Bewältigen von schwierigen Lebenssituationen. "Als Mama nur noch traurig war. Wenn ein Elternteil an Depression erkrankt" von Anja Möbest gehört genau in diese Sparte. Geschichte und Bilder geben derr schwer fassbaren Krankheit Depression ein Gesicht und helfen Verständnis zu wecken und zu informieren. Mir hat das Bilderbuch sehr geholfen, meinen Kindern die Krankheit ihrer Grossmutter zu erklären.




weitere Bücher zum Thema Depression:



  • "Pandora: Eine Geschichte von Zufall, Glück und dem Finden der Lebensfreude" von Victoria Turnbull     →     meine Rezension


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