Dienstag, 25. April 2017

Bilderbuch: "Henrietta spürt den Wind" von Jochen Weeber




Titel: Henrietta spürt den Wind
Autor: Jochen Weeber
Illustratorin: Fariba Gholizadeh
Verlag: Patmos Verlag (9. Januar 2017)
ISBN: 978-3843608817
Seiten: 32
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 4 Jahren


Henrietta hat drei Lieblingsbeschäftigungen: Computerspielen, Computerspielen und Computerspielen. Bis eines Tages ein Ball durch ihre Scheibe fliegt und sie so Ole, Paulchen und Luise kennenlernt. Sie nehmen Henrietta mit auf Entdeckungsreise nach draußen. Hier spürt sie zum ersten Mal, wie sich Wind anfühlt – und Freundschaft und Froschbeine!
(Bild- und Textquelle: Patmos Verlag)





Meine Meinung:


Wer eigene Kinder hat, weiss, welche Anziehungskraft der Computer, der Fernseher oder das iPad hat. Wenn sie dürften, würden sie stundenlang davor sitzen und manchmal muss man sie regelrecht davon losreissen. So kann ich mir nur zu gut vorstellen, dass Henriettas drei Lieblingsbeschäftigungen Computerspielen, Computerspielen und Computerspielen sind, denn ihre Mutter arbeitet und das Mädchen ist oft alleine.

Doch dann kracht ein Ball bei ihr durchs Fenster und sie lernt Ole, Paulchen und Luise aus der Parallelklasse kennen. Nachdem sie den dreien ihr Computerspiel Frösche-fangen gezeigt hat, nehmen diese sie mit auf eine Entdeckungstour nach draussen. Sie kullern einen Hang hinunter, pusten sich Pusteblumen um die Ohren, beobachten, wie eine Amsel einen Regenwurm aus dem Boden zieht und entdecken Kaulquappen. Henrietta merkt, wie toll es ist, Dinge real zu erleben und wie schön es ist, dies gemeinsam mit Freunden zu tun.

Gerade in Bilderbücher ist mir eine Botschaft wichtig und ich finde es klasse, dass Jochen Weeber diese Thematik aufgreift, denn die digitale Faszination packt wohl die meisten Kinder. Sehr gut hat mir auch gefallen, wie der Kontrast digital und real aufgezeigt wird, dass Henrietta genau Frösche, die sie im Computerspiel fängt, dann am Teich in der Hand hält.
"Henrietta spürt den Wind" zeigt uns, wie wunderbar die Natur ist, die man mit allen Sinnen erleben kann und führt uns vor Augen, dass Kinder immer mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Ich finde es aber wichtig, dass der Autor die digitalen Medien nicht verteufelt, denn meiner Meinung nach muss man da als Eltern eine gute Balance finden.

"Drei Mal ist der Frosch rundherum gehüpft! Dafür hättest du bei deinem Computerspiel bestimmt eine Menge Punkte bekommen, oder?", fragt Paulchen, "vielleicht hundert?"

"Henrietta spürt den Wind" hat für ein Bilderbuch relativ viel Text, doch die Geschichte lässt sich sehr gut an einem Stück vorlesen. Auch wenn es ein eher ruhiges Buch ist, haben meine Kinder gebannt zugehört.
Die Illustrationen von Farbia Gholizadeh gefallen mir ausgesprochen gut. Sie sind ausdrucksstark, voller Lebensfreude und vor allem am Anfang braucht man Bild und Text um die Geschichte zu erfassen.

Zwar ist die Tatsache, dass Henrietta Nachmittag für Nachmittag allein vor dem Computer sitzt - und anscheinend auch die anderen Kinder sich selbst überlassen sind, während die Eltern arbeiten - recht unglaubwürdig, aber das Bilderbuch zeigt uns schön, dass es viel schöner und spannender ist, Sachen real in der Natur und gemeinsam mit Freunden zu erleben als alleine am Computer.




Fazit:


"Henrietta spürt den Wind" von Jochen Weeber ist ein wunderbares Bilderbuch mit einer tollen Botschaft. Es führt uns vor Augen, dass immer mehr Kinder ihre Freizeit vor dem Computer verbringen. Zugleich ist es eine Hommage an die Natur, die man mit allen Sinnen erleben kann und dabei sogar noch Freunde findet.






Favolina (7) findet es toll, dass Ole, Paulchen und Luise Henrietta mit rausnehmen und ihr die Schönheit der Natur zeigen. Favolina ist nämlich sehr gerne draussen und liebt Blumen über alles. Das Wichtigste an dieser Geschichte ist für sie, dass Henrietta am Ende Freunde hat.




Junior (4) liebt das iPad. Stundenlang könnte er da Filmchen schauen und freiwillig würde er das Tablet kaum aus der Hand legen. Aber sobald wir draussen sind, will er nicht mehr rein. Am liebsten ist er im Wald oder auf dem Spielplatz mit dem Piratenschiff .... und so passt "Henrietta spürt den Wind" sehr gut zu ihm .... und wohl zu sehr vielen Kindern ....







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